Der "Wachtturm" des Jahres 1951 [15.3.] glänzt noch durch einen Grundsatzartikel unter der Überschrift:

 

"Warum Jehovas Zeugen keine Pazifisten sind"

 Einige Zitate:

Jehovas Zeugen, eine Bande von Pazifisten!' so werden viele Leute mit Verachtung ausrufen, und zu diesem Gedanken sind sie verleitet worden durch die Anklagen, die ihre Feinde über sie ausstoßen. Sind aber die Zeugen Pazifisten, die unter dem Deckmantel 'Einwände aus Gewissensgründen' Zuflucht suchten, weil sie sich fürchteten, zu kämpfen? New International Dictionary' (2. Ausgabe, unverkürzt, von 1943) bedeutet Pazifismus: 'Widerstand gegen Krieg oder den Gebrauch der Militärgewalt zu irgendeinen Zweck; besonders eine Geisteseinstellung, welche gegen jeden Krieg ist, die Mängel militärischer Ausbildung und die Kriegskosten betont und eine Regelung internationaler Dispute ausschließlich durch Schiedsspruch befürwortet.'

In der Heiligen Schrift über die ganze Geschichte von fast sechstausend Jahren ist nichts zu finden, wonach die wahren Zeugen Gottes, sich des 'Widerstandes gegen Krieg oder den Gebrauch der Militärgewalt zu irgendeinem Zweck' schuldig gemacht hätten. Wir können die Liste der Zeugen Jehovas von Abraham an durchgehen, um zu zeigen, dass sie nicht Pazifisten waren.

Mancher Leser und öffentliche Beamte mag fragen: Wenn Jehovas Zeugen von heute in ununterbrochener Kette verbunden sind mit jenen Zeugen alter Zeiten, die eine solche Geschichte haben, warum handeln sie denn nicht nach dieser Tradition des militärischen Kampfes? Warum sind sie in den Reihen der Armeen der Christenheit nicht zu finden? Warum suchen sie, vom Militärdienst frei zu werden? Warum gehen sie so weit, dass sie es sogar ablehnen, zu öffentlichem Dienst in Lager einzutreten, die in gewissen Ländern für oder durch Pazifisten und Dienstverweigerer aus Gewissensgründen aufrechterhalten werden, oder irgendwie Anteil an der Verteidigung oder an Kriegsbestrebungen zu nehmen? Fraget Jehovas Zeugen um den Grund, und sie werden euch sagen, dass es nicht ist, weil sie Pazifisten geworden wären. Es ist, weil sie aus Gewissensgründen Einwände erheben gegen die Teilnahme an einem solchen Kriege und an Verteidigungsbestrebungen der Christenheit und der übrigen Welt. Wer fragt, wieso sie Einwände aus Gewissensgründen haben und dabei doch nicht Pazifisten sind?

Sie sind nicht gegen den Krieg zwischen den Nationen, und sie mischen sich nicht in die Kriegsbestrebungen der Nationen ein, noch treten sie irgend jemand in den Weg, der sich, seinem Gewissen gemäss, an solchen Bestrebungen beteiligen kann. Sie kämpfen, wenn Gott ihnen dies zu tun gebietet, weil es dann theokratische Kriegführung ist.

Dies bedeutet nicht, dass sie Pazifisten seien, welche gegen den Krieg sind, Widerstand dagegen leisten und störend dazwischentreten, wenn weltliche Regierungen Angriffs- oder Verteidigungskriege führen. Sie könnten nicht Kriegsbekämpfer sein, da sie sich der Erfüllung der Worte Jesu über die Vollendung dieses Systems der Dinge unterwerfen. wie könnten also die christlichen Zeugen Jehovas Stellung nehmen gegen weltliche Kriege oder sie zu verhindern suchen, da doch Jesus prophezeit hat, dass sie bestimmt ausgefochten würden? Jesus sagte ihnen nicht, dass sie im Kampf mit dabei seien. Sie würden lediglich davon hören, dass Kriege innerhalb ihres Hörbereichs gekämpft würden oder Berichte über die Kriege hören, die anderswo ausgefochten werden. Wenn Jehovas Zeugen heute Pazifisten sein sollten, so müssten sie sich logischerweise dem Kriege Jehovas gegen die ganze Welt des Teufels in der Schlachtfront von Harmagedon widersetzen. Sie sahen, wie während des Weltkrieges 1914-1918 die Nationen dieser Welt Gottes sichtbare Organisation seines Volkes angegriffen, das prophetisch als 'Jerusalem' bezeichnet wird, wie Sacharja es vorausgesagt hatte. Nun erwarten sie, dass sich der übrige Teil seiner Prophezeiung binnen kurzem verwirkliche, nämlich: 'Und Jehova wird ausziehen und wider jene Nation streiten, wie an dem Tage, da er streitet, an dem Tage der Schlacht…

    Dann wird es ein großes Schlachten sein, vorgeschattet durch die Schlachtung der vereinten Feinde Gottes, die in den Tagen des Königs Josaphat zum Angriff auf Jerusalem marschierten. … Er erlässt den Befehl: 'Rufet dieses aus unter den Nationen, heiligt einen Krieg, erwecket die Helden; es sollen herankommen und heraufziehen alle Kriegsmänner! Schmiedet eure Pflugmesser zu Schwertern und eure Winzermesser zu Speeren; der Schwache sage: Ich bin ein Held! … Leget die Sichel an, denn die Ernte ist reif; kommt, stampfet, denn die Kelter ist voll, die Kufen fließen über! Denn groß ist ihre Bosheit. - Getümmel, Getümmel (Menschenmengen) im Tale der Entscheidung; denn nahe ist der Tag Jehovas im Tale der Entscheidung. Jehovas Zeugen von heute sind jene, denen befohlen ist, diese Proklamation an die Nationen ergehen zu lassen, und dies tun sie. Wie könnten sie es denn tun und zugleich Pazifisten sein? Mögen all die militärischen Nationen wissen, dass sie alle in jenem universellen Krieg von Harmagedon eine bleibende Niederlage erleiden, und dann wird das Wettrüsten endlich für alle Zeit zum Stillstand gebracht werden.

Gesandte sind befreit vom Militärdienst in der Nation, in die ihre Regierung sie sendet, besonders in einer feindlichen Nation. Man behalte im Sinn, dass in biblischen Zeiten Gesandte nicht zu Freundesnationen geschickt wurden, sondern zu Nationen, mit denen man im Kriege stand oder von denen Krieg drohte. Gottes Gesandte an Christi Statt, werden nicht zu Freundesnationen geschickt, sondern zu feindlichen Nationen. Alle Nationen dieser Welt Satans sind Gott Feind … Wie könnten denn diese Gesandten gemäss der Heiligen Schrift in den militärischen Streitkräften solcher Nationen dienen, oder gemäss der Heiligen Schrift einwilligen, dies zu tun, wenn das nationale Gesetz dies erfordert? Aus den Reihen der Diener Gottes zu desertieren und so das Predigen aufzugeben, würde Kampf gegen Gott bedeuten. Sie bewahren gegenüber den Nationen in ihrem tödlichen Kämpfen strikte Neutralität. Sie bleiben der göttlichen Regierung treu, die sie als Gesandte aussendet… Sie haben nicht für die unversöhnten Systeme gekämpft, die Gott in Harmagedon vernichten wird.

© 2o13

LCF prof. dr. wegewall

      Forscher gewinnen neue, überraschende Einsichten in die Funktionsweise unseres Gehirns. Vor Beginn der Veranstaltung werden Namensschilder an die Teilnehmer ausgegeben. Darauf steht in der untersten Zeile der Slogan: „Just listen to your heart, baby!“ – „Hör einfach auf dein Herz, Kleine(r)!“

 

      Steigt hier eine Popmesse, öffnet ein neuer Singletreff seine Pforten? Von wegen! Hochschulpsychologen haben sich zu einer Tagung eingefunden, die ein ungewöhnliches Thema hat: „Intuition beim Urteilen und Entscheiden“. 25 Wissenschaftler aus der ganzen Welt sind an die Universität Heidelberg gekommen, um zu klären, warum spontane und intuitive Entschlüsse oft bessere Ergebnisse zeitigen als solche nach reiflicher Abwägung aller Gesichtspunkte.

      Verblüffende Experimente der vergangenen Jahre haben die (speziell in gelehrten Kreisen) beliebte Überzeugung erschüttert, nach der jede menschliche Entscheidung am besten rational zu fallen hat.

      Beispiel: Die US-Psychologen Timothy Wilson und Jonathan Schooler ließen Versuchsteilnehmer aus fünf Kunstpostern jenes auswählen, das ihnen am besten gefiel; sie durften es dann mit nach Hause nehmen. Die Hälfte von ihnen wurde angehalten, nach kurzem Nachdenken zu entscheiden; die anderen mussten die Bilder zunächst schriftlich bewerten und durften erst danach zugreifen.

      Einige Wochen später wurden alle telefonisch befragt, ob sie ihr Lieblingsposter denn auch zu Hause an die Wand gepinnt hätten. Die spontanen Entscheider hatten das weit überwiegend getan, die „Nachdenker“ aber nicht – sie waren mit ihrer Wahl nicht glücklich geworden.

      Teilnehmer der Heidelberger Konferenz berichten von zahlreichen ähnlichen Befunden. „Gründe für Entscheidungen ausführlich zu analysieren kann zu schlechteren Urteilen führen“, sagt Steve Catty von der Universität Otago in Neuseeland, der am weitesten gereiste Gast. In einem seiner Experimente spielte er Versuchsteilnehmern Ausschnitte aus mehr oder weniger bekannten Popsongs vor. Jene Probanden, die spontan auf die höchste Hitparadenposition des Titels tippten, lagen näher an der Wahrheit als die, die eine Zeitlang nachdenken durften.

      Dass dies nicht nur für Popratespiele gilt, wies Ap Dijksterhuis von der Universität Amsterdam nach – intensives Grübeln schadet auch bei wichtigen Inhalten (siehe Kasten rechts). Folgerung des Niederländers: „Meinem kleinen Sohn bringe ich bei, über bedeutende Entscheidungen nicht nachzudenken, sondern einfach darüber zu schlafen.

 

Es waren nicht die Dümmsten, die schon früher ähnliche Positionen vertreten haben. Bei unwichtigen Entscheidungen könne man durchaus alle Pros und Contras erörtern, doch in wichtigen Lebensfragen müsse die Entscheidung aus dem Unbewussten kommen, befand Psychopionier Sigmund Freud.

      „Alles, was wirklich zählt, ist Intuition!“, sagte Albert Einstein. Der geniale Physiker kritisierte: „Der intuitive Geist ist ein heiliges Geschenk und der rationale Geist ein treuer Diener. Wir haben eine Gesellschaft erschaffen, die den Diener ehrt und das Geschenk vergessen hat.“

      Schon seit einigen Jahren erlebt die Intuition indes ein kräftiges Revival. Wirtschaftsbosse wie Heinrich v. Pierer (Siemens) und Wendelin Wiedeking (Porsche) bekennen, manche Entscheidungen nach Intuition oder „Gespür“ zu treffen. Mehrere Dutzend Bücher zum Thema überschwemmen den Markt. Ihre Autoren loben die „Weisheit der inneren Stimme“, raten, „dem Herzen zu folgen“, preisen „die andere Art des Wissens“ und die „Bauchentscheidung“. Leider wird in ihnen oft der esoterische Blödsinn verzapft, Intuition sei etwas Übersinnliches und weise stets den richtigen Weg.

      Für Begriffe wie Bauchentscheidung oder Intuition gibt es keine klaren Definitionen – oft werden sie auch synonym verwendet. Aus wissenschaftlicher Sicht muss man aber deutlich zwischen zwei Phänomenen unterscheiden:

      Bauchentscheidungen sind in der Regel spontan und beruhen auf emotionalen Impulsen; man sollte sie besser „Gefühlsentscheidungen“ nennen, denn das Bauchgefühl im engeren Sinne ist nur einer von mehreren möglichen Emotionsübermittlern.

      Intuition bezeichnet eher jenen Vorgang, wenn plötzlich, scheinbar aus dem Nichts, eine Idee auftaucht, eine Entscheidung fällt, neue Zusammenhänge erkannt werden. Genau das meinte mit Sicherheit auch Albert Einstein mit seinem „heiligen Geschenk“. Hier handelt es sich, wissenschaftlich gesehen, um ein Ergebnis von Inkubation – jenem Phänomen, das auch Ap Dijksterhuis erforscht. Inkubation ist in erster Linie eine Leistung des Verstands, der unbewusst an einer Fragestellung weiterarbeitet.

 

Intelligenz und Bildung spielen dabei eine Rolle: Kluge Menschen haben die besten Inkubationen. Emotionen sind aber auch beteiligt: Sie motivieren die Großhirnrinde zu ihrer Arbeit und bewirken das „Einschalten“ des Bewusstseins, wenn diese auf eine sinnvolle Lösung gestoßen ist.

      Gemeinsam ist beiden Varianten, dass das Unbewusste die entscheidende Rolle spielt. Dieser Bereich der Psyche, erstmals ausführlich thematisiert von Sigmund Freud, war lange Zeit von der Forschung vernachlässigt worden – man wusste einfach nicht, wie man ihn untersuchen sollte. Auch Freud hatte einst nur spekuliert.

 

Das änderte sich erst in den vergangenen Jahren mit dem Siegeszug der Gehirnforschung. Anders als konventionelle Psychologen beschäftigen sich die Neurobiologen mit der konkreten Anatomie des Organs – durch immer bessere technische Möglichkeiten können sie dem Hirn beim Arbeiten zuschauen. Auch durch Tierversuche und Studien an kopfverletzten Menschen gewinnen sie wichtige Erkennt-nisse über das Zusammenspiel der einzelnen Zerebralbereiche. Sie gelangten auch zu einer neuen Sicht der Emotionen – die von vielen traditionellen Psychologen als unberechenbare Störenfriede abgetan worden waren.

      In den USA gelten Antonio Damasio und Joseph LeDoux, in Deutschland Gerhard Roth und Wolf Singer als die profiliertesten Vertreter dieser Disziplin. Obwohl sich diese Forscher in Details durchaus widersprechen, gibt es doch so etwas wie eine neurobiologische Gehirntheorie. Einige Grundzüge sind im Schaubild (oben) und in den Randspalten dargestellt.

 

Die bahnbrechende Kernaussage der neuen Auffassung: Alle menschlichen Entscheidungen sind Gefühlsentscheidungen. Der Verstand ist lediglich ein Berater, der Vorschläge macht (vergleichbar einem Consultant von Roland Berger oder McKinsey). Das emotionale Entscheidungszentrum des limbischen Systems (sozusagen der Vorstandsvorsitzende) stimmt nur solchen Entscheidungen zu, die im Licht der bisherigen Lebenserfahrungen akzeptabel sind – wobei auch noch die momentane Affektlage mitspielt.

Das große Es in unserem Kopf, das limbische System, ist ein Verbund aus Arealen, die überwiegend im zentralen inneren Bereich des Hirns sitzen. Diese unbewusste Chefinstanz steuert oder beeinflusst auch Gedanken, Erinnerungen, Motivation.

      Was wir als „Vernunftentscheidung“ ansehen, ist in Wahrheit auch eine des Gefühls: Der Verstand malt dem emotionalen Entscheidungszentrum die Folgen einer möglichen Handlung so plastisch emotional aus, dass dieses „überzeugt“ wird.

      Auch das Handlungsgedächtnis (im Schaubild der Boxer) muss noch zustimmen – in der Regel Formsache; Ausnahme wäre etwa ein Fall, in dem es einen Nichtschwimmer davor bewahrt, sich in die Fluten zu stürzen, um einen Ertrinkenden zu retten.

      In vielen Fällen verzichtet unser Gehirn sogar darauf, den bewussten Verstand einzuschalten. Wir müssen täglich so vieles entscheiden, dass es zu umständlich und zu Kraft raubend wäre, über alles und jedes zu räsonieren: Bewusstsein verbraucht mehr Kalorien als unbewusste Vorgänge. Vieles erledigen wir, ohne nachzudenken: den Griff zum Telefon, wenn es klingelt, das Trinken aus der Kaffeetasse während des Lesens, den Morgengruß an den Kollegen. Für komplexe, vertraute Handlungsabläufe gibt es sogar einen „Autopilot-Modus“: etwa für die Morgentoilette samt Duschen, Rasieren oder Schminken; oder die Autofahrt zur Arbeit, wo wir sogar die Spur wechseln und vor roten Ampeln anhalten, während wir an völlig andere Dinge denken. Bei ungewohnten Situationen wird allerdings das Bewusstsein zugeschaltet.

      Das emotional-automatische Steuerungszentrum hat im Prinzip in jeder Lebenssituation, ob wichtig oder unwichtig, einen Entscheidungsimpuls parat, der sich normalerweise spüren lässt, irgendein „Gefühl“, eine deutliche oder auch nur schwache Neigung, etwas zu tun oder bleiben zu lassen. Viele dieser Impulse weisen uns den richtigen Weg. Denn sie sind Resultate gespeicherter Lebenserfahrung, und sie beziehen vermutlich alle relevanten Erlebnisse in einer Art Gesamtabrechnung in die Entscheidung ein.

      „Im Prinzip“, so formuliert es Gerhard Roth, „ist dies die vernünftigste Art, Verhalten zu steuern“ – die Einschränkung „im Prinzip“ ist wichtig – dazu später.

      Auch Tiere entscheiden auf diese Weise. Nicht nur Instinkte, sondern ebenso Erfahrungen bestimmen ihre Reaktionen. Auch die menschliche Lebens- und Berufserfahrung ist in weiten Teilen unbewusst emotional abgespeichert. Sie bedeutet einen großen Vorteil der Älteren – gewissermaßen schlafwandlerisch stellt der erfahrene Arzt die Diagnose, weiß der gewiefte Anleger, wann er Aktien kaufen oder verkaufen muss (wobei der Einwand berechtigt ist, dass sich manchmal auch „alte Hasen“ täuschen und ihre Erfahrung innovative Einsichten behindern kann).

 

Zwei Emotionstypen. Wie weit darf man nun emotionalen Impulsen vertrauen? Verflixt verhält es sich so, dass es eine eher vertrauenswürdige und eine eher problematische Variante dieser „Ratgeber“ gibt. Denn das emotionale Erfahrungsgedächtnis – wie auch auf dem Schaubild zu sehen – ist nicht der einzige Impulsgeber.

 

Auch die Affekte erheben ihre „Stimme“. Sie sind zwar einerseits überlebensnotwendig, aber andererseits derart rüde und krass egoistisch, dass sie normalerweise gezügelt werden müssen, um kein Unheil anzurichten. So ist beispielsweise der Mensch prinzipiell gewaltbereit – in finsteren Urzeiten war das sicher vorteilhaft -, muss jedoch im heutigen friedlichen Alltagsleben mit Hilfe der Vernunft seine gewalttätigen Impulse beherrschen, um nicht zum Verbrecher zu werden. Wer seine geschlechtlichen Impulse nicht zügeln kann, wird ebenfalls schnell Ärger bekommen. Und würden deutsche Schüler und Studenten nur auf die Stimme des Herzens hören – „Vergiss die Bücher, geh ins Eis-Café“ -, dann wären ihre Leistungen noch wesentlich betrüblicher, als sie es nach Auskunft von Lehrern und Professoren ohnehin schon sind.

      Leider ist aber auch das emotionale Erfahrungsgedächtnis nicht immer ein verlässlicher Wegweiser. Es regelt ja unser Verhalten auf der Basis vergangener Erlebnisse – deshalb können auch negative Zufälle und sonstige Ungerechtigkeiten die Seele beeinflusst haben. Zumal das Erfahrungsgedächtnis besonders stark schon vor der Geburt und in den ersten fünf Jahren des Lebens geprägt wird: Krankheiten oder mangelnde Fürsorge fürs Kleinkind können Dauerängste und existenzielles Misstrauen erzeugen. Auch später kann die Psyche noch bleibenden Schaden nehmen, etwa durch eine Gewalterfahrung, aber auch weniger dramatische Vorkommnisse wie eine große Blamage oder ein misslungenes Liebeserlebnis.

 

Wenn ich meiner inneren Stimme vertrauen möchte, benötige ich also auch Einsicht in die eigene Psyche und die ihr eventuell innewohnenden Macken. Deshalb raten auch seriöse Fürsprecher der Bauchentscheidung wie die Züricher Psychologin Maja Storch zur Vorsicht: Gefühls- und Verstandesurteil sollten verglichen werden; weichen sie voneinander ab, muss man den Gründen dafür nachgehen.

 

Hartnäckige Warnungen der inneren Stimme sind jedenfalls ernst zu nehmen. Das gilt auch für Entscheidungsprozesse im Berufsleben – ein „schlechtes Gefühl dabei“ ist ein Signal dafür, noch einmal in sich zu gehen.

Bei komplizierten Problemen sollte man immer der Inkubation eine Chance geben: sich den Fall vor Augen führen, dann aber nicht zu lange über ihn nachgrübeln, sondern die Sache erst mal vergessen und einen späteren Lösungsvorschlag des Gehirns abwarten.

 

      Warum ist dieses Verfahren dem bewussten Nachdenken überlegen? Darauf glauben Psychologen und Gehirnforscher eine Antwort zu haben: Die Verarbeitungskapazität des bewussten Denkens beträgt nur mickrige 40 bis 60 Bits pro Sekunde, was gerade mal reicht, einen kurzen Satz zu lesen und zu verstehen. Auch der Arbeitsspeicher ist gering: Höchstens sieben Aspekte einer Sache können gleichzeitig bedacht werden. Fürs Analysieren komplexer Sachverhalte ist das bewusste Denken schlicht zu doof! Und wenn uns unglücklicherweise auch noch falsche Argumente einfallen, in die wir uns verkrampfen, ist das Unglück komplett.

 

      Beispiel: Ein Uni-Absolvent, dem vier Stellen an den Orten A, B, C und D angeboten werden – mit jeweils unterschiedlichen Gehaltshöhen, Aufstiegschancen, Freizeitmöglichkeiten und vielen anderen Kriterien – tut also gut daran, sein Unbewusstes arbeiten zu lassen. Dieses allein ist in der Lage, die zahlreichen Fürs und Wider zu überblicken. Und in seiner Entscheidung – „Geh nach B!“ – wird es mit Sicherheit auch die emotionalen Präferenzen seines Inhabers berücksichtigt haben.

 

      Offenbar versucht die Großhirnrinde in einer Art experimentellem Rauschen, neue Informationen ständig anders zu kombinieren und zu ordnen. Das meiste, was dabei herauskommt, ist sinnlos, doch bei viel Versprechendem dringt der neue Ansatz in Form einer Entscheidung oder eines „Geistesblitzes“ ins Bewusstsein.

      Wozu ist dann überhaupt der bewusste Verstand gut? Nun, für ihn bleiben wichtige Aufgaben: Er zügelt die Affekte, die uns ohne seinen Einfluss in die Bredouille bringen würden; er schafft durch die Fähigkeit des bewussten Lernens erst die Voraussetzungen für viele segensreiche Inkubationen, und er erleichtert unser Leben durch logische und mathematische Fähigkeiten. Selbst Intuitionsforscher Ap Dijksterhuis muss einräumen: „Um die Quadratwurzel aus 625 zu ziehen, helfen mir Bauchgefühle oder Inkubation wenig.“ - „Gefühle werden in uns spürbar, die uns zu- oder abraten“ – Gerhard Roth, Gehirnforscher „Körpersignale funktionieren nach dem einfachen Schema „Stopp!“ oder „Go!“ – Maja Storch, Psychologin „Lassen Sie bei komplexeren Entscheidungen das Unbewusste den Job tun“ – Ap Dijksterhuis, Psychologe

Emotionen in neuer Sicht

 

Ihre Aufgaben – Emotionen steuern die Entscheidungen des Menschen. Sie beeinflussen auch Wahrnehmungen, Motivation, Gedanken, Erinnerungen. Sie entstehen im unbewusst arbeitenden limbischen System des Gehirns, können als starke Gefühle ins Bewusstsein dringen oder uns als eher undeutlich wahrnehmbare Impulse beeinflussen.

      Trieb und Erfahrung – Es gibt zwei Quellen für Emotionen: Die angeborenen Affekte (Triebe) sollen unser Überleben sichern – können uns aber auch auf Abwege führen.

 

Im emotionalen Erfahrungsgedächtnis hingegen sind alle unsere Lebenserfahrungen unbewusst gespeichert. Die hieraus resultierenden Gefühle und Impulse sind oft verlässliche Ratgeber.


      Psychologie: Die Intelligenz der Gefühle - weiter lesen auf FOCUS Online: http://www.focus.de/wissen/mensch/neurowissenschaft/psychologie-die-intelligenz-der-gefuehle_aid_201408.html

Freundschaft mit Gott ist elementar wichtig. Sie ist mit wenigen Worten gar nicht zu beschreiben. Wer von uns weiß schon was nach göttlichem Maßstab gerecht ist… SEIN GESETZ ist geistiger Natur… wir Menschen sind fleischlich, sterblich.

Auf mich selbst bezogen bedeutet das, wenn ich das Rechte zu tun wünsche, das Schlechte bei mir vorhanden ist… ich habe zwar Lust an dem Gesetz Gottes, gemäß dem Menschen der ich innerlich bin… in meinen Gliedern steckt ein anderes Gesetz, das dem Gesetz meines Sinnes widerstreitet… es nimmt mich gefangen unter dem Gesetz der Sünde, das in meinen Gliedern ist… was ich dann vollbringe, weiß ich nicht...

in diesem Fall bin nicht mehr ich es, der es vollbringt, sondern die Unvollkommenheit die in mir wohnt… was ich wünsche, das pflege ich nicht zu tun, sondern was ich ablehne, das tue ich… wenn ich das tue, was ich nicht wünsche, finde ich es

ablehnenswert… in meinen Gliedern wohnt nichts Gutes, doch die Fähigkeit zu wünschen ist vorhanden. Die Fähigkeit das zu vollbringen was vortrefflich und nützlich ist fehlt… nicht das Gute- das ich wünsche tue ich, sondern das Schlechte, das ich nicht wünsche, das mache ich.

Ich bin ein elender Mensch! … daher ist meine Rettung, Befreiung von meinem Körper, der dem Tod verfallen ist nur denkbar, durch SEINE Gnade… dafür bin ich ganz bewusst dankbar… den Weg der absoluten Wahrheit… seinem geistigen Gesetz will ich mich von Herzen anvertrauen… wer in seiner Gemeinschaft ist, findet keine Verurteilung… das Gesetz des Geistes zu bewahren, bedeutet für mich Freundschaft = Leben… dieser Kontext macht jeden Menschen vom Gesetz der Sünde, und des Todes frei… da auf Seiten des GESETZES ein Unvermögen vorlag, während wir menschlich schwach sind, verurteilte Gott die Sünde im Fleisch, indem er seinen Sohn in der Gleichheit des sündigen Fleisches, der Sünde wegen sandte, damit die gerechte Forderung des GESETZES erfüllt werden konnte - in uns, die wir nicht in Übereinstimmung mit dem Fleisch, sondern in Übereinstimmung mit seinem Geist leben können… die, die mit dem Fleisch in Übereinstimmung sind, richten ihren Sinn auf die Dinge des Materiellen… die mit liebendem Geist in Übereinstimmung sind, auf die Dinge des Geistes, um zu leben... zusammenfassend: das Sinnen des Fleisches bedeutet Tod, das Sinnen des Geistes bedeutet Leben durch Liebe… das Sinnen des Fleisches bedeutet Feindschaft mit Gott, denn es ist dem Gesetz Gottes nicht untertan, kann es tatsächlich auch nicht sein… so können die Menschen, die uns gegenüber feindlich, gegnerisch eingestellt sind, weil sie mit dem Fleisch in Übereinstimmung sind, Gottes Segen nicht haben… wir dagegen sind nicht in Übereinstimmung mit dem Fleisch, sondern mit dem Geist, wenn sein Geist durch uns selbst wirklich in uns wohnen soll !!! … du wirst mir wohl zustimmen können, dass die Entwicklung gegen seinen Geist in unserer Zeit, zunehmend schlimmer wird… wenn jemand heiligen Geist nicht haben will, wie soll er ihn denn erhalten?… ist Jesus in Gemeinschaft mit uns, so ist unser Leib zwar tot, der Sünde wegen, sein Geist ist Leben, der Gerechtigkeit wegen… wenn nun der Geist dessen, der Jesus von den Toten auferweckt hat, in uns wohnt, so wird er, der Christus Jesus von den Toten auferweckt hat, auch unsere sterblichen Leiber durch seinen in uns wohnenden Geist lebendig machen… wir sind nicht dem Fleisch verpflichtet, um in Übereinstimmung mit dem Fleisch zu leben; denn wenn wir in Übereinstimmung mit dem Fleisch leben wollen, sterben wir… wenn wir durch seinen Geist die Handlungen des Leibes töten, werden wir leben… sein Geist selbst bezeugt mit unserem Geist, dass wir seine Erben sein können… Erben Gottes, sowie Miterben des Christus, vorausgesetzt, dass wir mitleiden, damit wir wie er verherrlicht werden… wenn du mich auf diesem Weg unterstützen magst, mir helfen willst, sag es mir einfach…

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dr. wegewall

23.10.2006

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       B O T S C H A F T E N im Sinne des Vierseiten Modells -  nach wissenschaftlichen

            Erkenntnissen im 21. Jahrhunderts

 

 

 

 

 

 

ישעיהו 66: 23 ... זה יקרה קבע כי מירח חדש אחד להתקרב, וזה משבת לכל הבשר היא להיות קדים קידה "לפניי, יהוה דבר ...
ישעיהו 66: 23 ... זה יקרה קבע כי מירח חדש אחד להתקרב, וזה משבת לכל הבשר היא להיות קדים קידה "לפניי, יהוה דבר ...

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אר רׁא םירבדה תא חכׁת ןפ דאמ ָׁפנ רמּׁ ָל רמשה קר

  .ָיני ע  
 ,ֹתנ ׁ מ וי לע הפ ק ת ּל פא לֹכי  
ר מֹל דּמ ל ת    ,ָיי ח י מי לכ ָב בלמ ּרּסי ן פּ  
 א א ה :ֹבלמ םריסי ו בׁי ׁ דע ֹׁפנב בי חתמ ֹני  

 

 

 

 

Die jüdischen Monate verlaufen von Neumond zu Neumond Jesaja 66: 23 

...es wird bestimmt geschehen, dass von Neumond zu Neumond, von Sabbat zu Sabbat alles Fleisch herbeikommen wird, um sich vor mir niederzubeugen, hat JHWH gesagt...

Ein Wort für Monat: hebräisch - chódhesch -1Mo 7:11- stammt v.d. Wurzelwortbedeutung „neu“ab.

Ein anderes Wort für Monat, jérach, „Zeit des Mondkreislaufes“, „Lunation“, bedeutet.

 

Zeitrechnung nach Mondphasen / Sonnenzyklus u. Z.

Tischri | Etanim 5773 = Oktober 2012

 

NISAN (ABIB)  März/April | 14. Passah |15.-21. Ungesäuerte Brote | Darbringen der Erstlingsfrucht Gerste

IJJAR (SIW)  April/Mai | 14. Nachträgliche Passahfeier 4Mo 9:10-13 | Weizen

SIWAN  Mai/Juni | 6. Fest der Wochen- Pfingsten | Frühfeigen
TAMMUS  Juni/Juli | Erste Trauben | AB  Juli/August -  Sommerfrüchte

ELUL  August/September | Datteln, Trauben, Feigen

TISCHRI (ETHANIM)  September/Oktober | 1. Trompetenschall | 10. Sühnetag | 15.—21. Laubhüttenfest

oder Fest der Einsammlung | 22. Feierliche Versammlung | Pflügen

CHÄSCHWAN (BUL)  Oktober/November |  Oliven

KISLEW  November/Dezember  | 25. Fest der Einweihung | Herden zum Überwintern hereingebracht
TEBETH  Dezember/Januar     | Vegetation wächst
SCHEBAT  Januar/Februar      | Mandelblüte 
ADAR  Februar/März                | 14., 15. Purim |  Zitrusfrüchte
VEADAR  Mär                       |  im Verlauf von 19 Jahren, wird dieser Monat 7mal geschaltet

 

 

Wir haben uns von den hinterhältigen Dingen losgesagt, deren man sich zu schämen hat, indem wir nicht mit List wandeln noch das Wort Gottes verfälschen´…

 

SO SCHREIBT PAULUS IN SEINEM ZWEITEN BRIEF AN DIE KOTINTHER !(4:2)

 

 

Es ist für einen Übersetzer keine leichte Aufgabe, die in der einen Sprache ausgedrückten Gedanken in einer anderen Sprache verständlich zu formulieren. Manche Übersetzer der Bibel haben ihre Aufgabe in dem vollen Bewusstsein verrichtet, dass sie Gottes Wort übersetzten. Andere faszinierte lediglich die akademische Herausforderung des Projekts. Sie betrachteten den Inhalt der Bibel als wertvolles kulturelles Erbe. Bei einigen steht der Beruf in enger Verbindung mit der Religion. Ein Buch zu veröffentlichen, in dem sie als Übersetzer oder Herausgeber namentlich genannt werden, gehört zu ihrem Broterwerb. Wovon sich jemand zu seiner Arbeit motivieren lässt, übt offenkundig einen Einfluß darauf aus, wie er sie verrichtet.

 

 

Aufgrund unterschiedlicher Strukturen verschiedener Sprachen,

gibt es im Wesentlichen zwei Strategien:

 

 

A)

Entweder passt man den Inhalt dem Leser an, nimmt dadurch Kompromisse in der Genauigkeit in Kauf,

 

B)

Man verlangt vom Leser, sich dem Inhalt anzupassen, nimmt damit Kompromisse in der Verständlichkeit in Kauf.

Diese Strategien werden:

Zieltextorientiert + ausgangstextorientiert, oder wirkungstreu + strukturtreu, bezeichnet. Zu betonen ist - beide letztere TREUE STRATEGIEN charakterisieren hauptsächlich die Absichten der Übersetzer.

 

Die Schriften in der damals bekannten Welt waren weit und breit bekannt. Als das Drucken mit beweglichen Lettern ab dem 15. Jahrhundert allgemein gebräuchlich wurde, erhielt die Vervielfältigung - Verbreitung der Bibel Auftrieb. Im 16. und 17. Jahrhundert wurde in Bezug auf das Übersetzen und Drucken viel getan. Bereits im Jahr 1800 war die ganze Bibel, bzw. Teile davon in 71 Sprachen erschienen.

 

Noch mehr gefördert wurde diese Arbeit im 19. und 20. Jahrhundert, als neugegründete Bibelgesellschaften bei der gewaltigen Aufgabe der Bibelverbreitung mit Hand anlegten. Eine der ersten Bibelgesellschaften war die British and Foreign Bible Society Britische und Ausländische Bibelgesellschaft, die 1804 in London gegründet wurde. Die Gründung dieser Bibelgesellschaft war das Signal zur Gründung vieler weiterer solcher Gesellschaften.

 

Durch das Wirken so vieler Bibelgesellschaften nahm die Bibelverbreitung zu. Bis 1900 u.Z. war die Bibel ganz oder teilweise in 567 Sprachen erschienen und bis 1928 u.Z. in 856 Sprachen den Menschen bekannt. 1938 wurde die 1000-Grenze an Übersetzungen überschritten, und heute steht die Bibel in mehr als 1 900 Sprachen zur Verfügung. Gottes erfrischendes Wort des Lebens, hat sich über die ganze Erde verbreitet. So ist es für Menschen aller Nationen möglich geworden, den Aufruf zu befolgen: "Preiset Gott - all ihr Nationen. Mögen alle Völker Gott preisen“ Röm. 15:11. Heute besteht die Aufgabe darin (eventuell sogar vermehrt), den übereinstimmenden Sinn des wahren Wortes bestmöglich zu vermitteln. Das Wichtigste "[NT]Matthäus 13:23 - Was den betrifft, der auf den vortrefflichen Boden gesät wurde, dieser ist es, der das Wort hört und dessen Sinn erfasst, der wirklich Frucht trägt und hervorbringt, dieser hundertfach, jener sechzigfach, der andere dreißigfach… [AT]Nehemia 8:8 …sie fuhren fort aus dem Buch, aus dem Gesetz Gottes vorzulesen, es wurde erläutert, man gab den Sinn der Dinge an. Sie machten das Vorgelesene fortlaufend verständlich…"

    

Welche Übersetzung ist korrekt, wenn die Grammatik zulässt, einen Text unterschiedlich zu übersetzten? Diejenige, die mit dem übrigen Text der Bibel in Übereinstimmung ist. Werden Teile der Bibel ignoriert, oder die Ansicht auf eine bevorzugte Wiedergabe eines bestimmten Verses gestützt, dann spiegelt diese Vorgehensweise in Wirklichkeit nicht das Wort Gottes wider, den wahren Glauben, sondern eigene Gedanken. Texte, aus denen man unterschiedliche Schlüsse ziehen kann, je nachdem, was für eine Bibelübersetzung man benutzt, müssen im wahren Kontext der gesamten Heiligen Schrift stehen.

 

Zum besseren Verständnis, folgend Texte aus den Hebräischen Schriften, in denen bestimmte Substantive im Plural auf Gott angewandt werden. In 1. Mose 1:1 wird in vielen Übersetzungen mit dem Titel Gott das Wort ’Elohím, das im Hebräischen im Plural steht, wiedergegeben. Verfechter der Dreieinigkeit deuten dies als einen Hinweis auf die Dreieinigkeit. Der Text aus 5. Mose 6:4 soll nach ihrer Erklärung die Einheit der Glieder der Dreifaltigkeit andeuten, weil es dort heißt:

"Der Herr, unser Gott [’Elohím], ist e i n Herr“

(ZB)Züricher Bibel

 

Die hier im Hebräischen verwandte Pluralform des Substantivs ist der Majestäts- oder Hoheitsplural. (Jenni/Westermann, Theologisches Handwörterbuch zum Alten Testament, Bd. I, Sp. 153; ferner Wilhelm Gesenius’ Hebräische Grammatik, völlig überarbeitet von E. Kautzsch, 28. Auflage, 1909, § 124g.) Diese Pluralsform vermittelt keineswegs den Gedanken einer Pluralität von Personen in einer Gottheit. In ähnlichem Sinne wird in Richter 16:23, es wird der falsche Gott Dagon erwähnt, eine Form des Titels ’elohím gebraucht; das dazugehörige Verb steht im Singular, zeigt so den Bezug auf einen einzigen Gott. In 1. Mose 42:30 wird Joseph als der „Herr“ (’adhonḗ, Hoheitsplural) von Ägypten bezeichnet.

 

Die griechische Sprache kennt keinen „Majestäts- oder Hoheitsplural“. Daher gebrauchten die Übersetzer der Septuaginta in 1. Mose 1:1 ho Theós (Gott, Singular) als Äquivalent für ’Elohím. In Markus 12:29, hier wird eine Antwort Jesu wiedergegeben, in der er 5. Mose 6:4 zitiert, wird auch die griechische Singularform ho Theós verwendet.

 

Johannes 1:1, 2

Die EÜ lautet: „Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott. Im Anfang war es bei Gott.“ (Lu, JB, Br, Rö verwenden ähnliche Formulierungen, unten folgen 10 verschiedene Ü im Vergleich) In der NW heißt es dagegen: „Im Anfang war das WORT, und das WORT war bei GOTT, und das WORT war ein Gott. Dieser war im Anfang bei GOTT.“ Welche Übersetzung von Johannes 1:1-3 ist gemäß dem Kontext richtig?

Johannes 1:18 lautet: „Niemand hat Gott je gesehen.“ Vers 14 sagt ganz deutlich: „Das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt, und wir haben seine Herrlichkeit gesehen.“ In den Versen 1 und 2 heißt es, dass das Wort im Anfang „bei Gott“ war. Kann man bei jemand sein und gleichzeitig dieser Jemand selbst sein? In Johannes 17:3 redet Jesus den Vater als den „einzigen wahren Gott“ an; somit spiegelt Jesus lediglich die göttlichen Eigenschaften seines Vaters, als ein Gott wider (Heb. 1:3).

 

Ist die Wiedergabe „ein Gott“ mit den Regeln der griechischen Grammatik vereinbar? Einige Nachschlagewerke treten nachdrücklich dafür ein, dass der griechische Text mit „das Wort war Gott“ übersetzt werden müsse. Aber dem stimmen durchaus nicht alle zu. Philip B. Harner sagte in seinem Artikel „Qualitative Anarthrous Predicate Nouns: Mark 15:39 and John 1:1“, dass derartige Nebensätze, wie der in Johannes 1:1, „mit einem artikellosen Prädikat vor dem Verb in erster Linie eine Eigenschaftsbezeichnung darstellen. Sie zeigen, dass der logos die Natur des theos hat.“ Er schlägt vor: „Der Nebensatz kann vielleicht mit ‚das Wort hat dieselbe Natur wie Gott‘ übersetzt werden“ (Journal of Biblical Literature, 1973, S. 85, 87). Dass in der betreffenden Bibelstelle im Griechischen das Wort theós in seinem zweiten Vorkommen ohne den bestimmten Artikel (ho) erscheint und im Satz vor das Verb gesetzt wurde, ist also von Bedeutung. Interessanterweise fügen Übersetzer, die darauf bestehen, Johannes 1:1 mit das Wort war Gott zu übersetzen, bei ihrer Wiedergabe anderer Passagen, in denen singularische artikellose Prädikatsnomen dem Verb vorangehen, ohne Zögern den unbestimmten Artikel (ein) hinzu. So heißt es in der EÜ und der Rö in Johannes 6:70, Judas Iskariot sei ein Teufel, und in Johannes 9:17, Jesus sei ein Prophet.

John L. McKenzie, SJ, sagt in seinem Dictionary of the Bible: „Johannes 1:1 müsste genau genommen lauten: ‚Das Wort war bei dem Gott [= dem Vater], und das Wort war ein göttliches Wesen‘ “ (Klammern von ihm; veröffentlicht mit Nihil obstat (lat. es steht nichts entgegen) und Imprimatur;) (New York, 1965, S. 317).

 

In Übereinstimmung damit geben einige Übersetzer den Text wie folgt wieder: „Das Wort war selbst göttlichen Wesens“ (Stage), „Und Gott (= göttlichen Wesens) war das Wort“ (Me), „Und ein Gott war der Logos“ (nach Jürgen Becker). Das Evangelium nach Johannes, Ökumenischer Taschenbuchkommentar zum Neuen Testament, Band 4/1), „Ein Gott (oder: Gott von Art) war das Wort“ (NTD, Das Evangelium nach Johannes, übersetzt und erklärt von Siegfried Schulz). Ludwig Thimme gibt ihn folgendermaßen wieder: „Und Gott von Art war das Wort.“ Das „Wort“ (das Jesus Christus wurde) als „einen Gott“ zu bezeichnen ist in Übereinstimmung mit dem Gebrauch dieses Wortes in der Bibel. Zum Beispiel spricht Psalm 82:1-6 von menschlichen Richtern in Israel als von „Göttern“ (hebräisch: ’elohím; griechisch: theói, in Johannes 10:34), weil sie Vertreter des wahren Gottes waren, und nach seinem Gesetz Recht sprechen mussten.

 

Joh. 1. 1 – 3

 

Luther 1984 -LUT

Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort.

Dasselbe war im Anfang bei Gott.

Alle Dinge sind durch dasselbe gemacht, und ohne dasselbe ist nichts gemacht, was gemacht ist.

 

 

 

      Elberfelder Bibel -ELB

Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott.

Dieses war im Anfang bei Gott.

Alles wurde durch dasselbe, und ohne dasselbe wurde auch nicht eines, das geworden ist.

 

 

 

Neue Welt Übersetzung -1986

1 Im Anfang war das WORT, und das WORT war bei GOTT, und das WORT war ein Gott.

2 Dieser war im Anfang bei GOTT.

3   Alle Dinge kamen durch ihn ins Dasein, und ohne ihn kam auch nicht e i n Ding ins Dasein. Was ins Dasein gekommen ist

 

Hoffnung für alle -HFA

Am Anfang war das Wort. Das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott selbst.

Von Anfang an war es bei Gott.

Alles wurde durch das Wort geschaffen, und nichts ist ohne das Wort geworden.

           

SCHLACHTER 2000 -SLT

Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott.

Dieses war im Anfang bei Gott.

Alles ist durch dasselbe entstanden; und ohne dasselbe ist auch nicht eines entstanden, was entstanden ist.

    

Neue Genfer Übersetzung–NGÜ

Am Anfang war das Wort; das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott.

Der, der das Wort ist, war1 am Anfang bei Gott.

Durch ihn ist alles entstanden; es gibt nichts2, was ohne ihn entstanden ist.

 

      Gute Nachricht Bibel –GNB

Am Anfang1 war das Wort. Das Wort war bei Gott, in allem war es Gott gleich.

Von Anfang an war es bei Gott.

Das Wort erschuf alles; und ohne das Wort ist nichts entstanden.

 

      Einheitsübersetzung -EU

1 Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott.

2  Im Anfang war es bei Gott.

3 Alles ist durch das Wort geworden und ohne das Wort wurde nichts, was geworden ist.

 

Neues Leben Bibel –NLB

Am Anfang war das Wort. Das Wort war bei Gott und das Wort war Gott.

Er war am Anfang bei Gott.

Durch ihn wurde alles geschaffen. Es gibt nichts, was er, das Wort, nicht geschaffen hat.

Neue Evangelische -NeÜ

Im Anfang war das Wort. Das Wort war bei Gott. Ja das Wort war Gott.

Von Anfang an war es bei Gott.

Alles ist dadurch entstanden. Ohne das Wort entstand nichts von dem, was besteht.

 

 

Wie die HEILIGEN SCHRIFTEN überliefert wurden

ES GIBT untrügliche Beweise dafür, daß die Bibel, das inspirierte Wort Gottes, genau abgeschrieben und uns genau übermittelt worden ist. Die Beweise bestehen aus alten, heute noch vorhandenen Handschriften — etwa 6 000 von den gesamten Hebräischen Schriften oder Teilen davon und ungefähr 5 000 von den Christlichen Schriften in Griechisch.

Urschriften—Die Urschriften der Bibel wurden mit der Hand auf vergänglichen Materialien wie Papyrus und Pergament geschrieben; es ist nicht bekannt, daß eine der Urschriften heute noch existiert.

Abschriften in Hebräisch oder in Griechisch—Bald nach der Fertigstellung der Urschriften wurden Abschriften angefertigt. Die Abschreiber übten große Sorgfalt, um den Text genau zu übertragen; die Massoreten zählten sogar die Buchstaben, die sie abschrieben.

Frühe Übersetzungen—Um die Bibel in anderen Sprachen zugänglich zu machen, wurden Bibelübersetzungen erforderlich. Heute gibt es Handschriften so früher Übersetzungen wie die Septuaginta (eine Übersetzung der Hebräischen Schriften ins Griechische aus dem dritten und zweiten Jahrhundert v. u. Z.) und die Vulgata von Hieronymus (eine Übersetzung hebräischer und griechischer Texte in das Lateinische, die ursprünglich um 400 u. Z. hergestellt wurde).

Textausgaben — Durch ein vergleichendes Studium Hunderter vorhandener Bibelhandschriften haben Gelehrte Textausgaben erstellt. Diese gedruckten Ausgaben von Texten in der Originalsprache bieten die besten verfügbaren Lesarten, die gleichzeitig die Aufmerksamkeit auf Unterschiede lenken, die zwischen bestimmten Handschriften bestehen mögen. Texte der Hebräischen Schriften, die in den Fußnoten vergleichende Lesarten enthalten, sind von Gelehrten wie Giensburg und Kittel erarbeitet worden. Zu den Textausgaben der Christlichen Griechischen Schriften gehören u. a. die von Westcott und Hort sowie die von Nestle und Aland veröffentlichten Texte.

Neuzeitliche Übersetzungen — Bibelübersetzer benutzen heute gewöhnlich Textausgaben in den Originalsprachen, um Übersetzungen in die Gegenwartssprache anzufertigen. Durch ein Vergleichen Tausender alter Handschriften hat man festgestellt, daß wir der Bibel in der Form, wie wir sie erhalten haben, vertrauen können. Sir Frederic Kenyon sagte: „Es [ist] beruhigend festzustellen, daß das Gesamtergebnis all dieser Entdeckungen und Forschungen den Beweis für die Echtheit der Hl. Schrift und für unsere Überzeugung erhärtet, daß wir das im wesentlichen unversehrte, wahrhaftige Wort Gottes in Händen haben“ (The Story of the Bible, 1937, S. 144).

 

Hebräische Schriften

Höhlen in Kumran, nahe dem Nordwestufer des Toten Meeres, wo viele alte Schriftrollen entdeckt wurden. Teil der Jesaja-Rolle vom Toten Meer (datiert in das Ende des zweiten Jahrhunderts v. u. Z.). Bei einem Vergleich mit dem über 1 000 Jahre später angefertigten massoretischen Text stellte man nur geringfügige Abweichungen fest, meistens in der Rechtschreibung. Ausschnitte aus dem Aleppo-Kodex. Man beachte, daß ein hebräischer Buchstabe hochgestellt ist, um den mittleren Buchstaben der Psalmen zu kennzeichnen. Die Randbemerkung der Massoreten lenkt die Aufmerksamkeit besonders auf diesen Buchstaben. Die frühen Abschreiber zählten sogar die Buchstaben, die sie abschrieben.

 

Christliche Griechische Schriften

Papyrus Rylands 457 (Verzeichnis P52) — Vorder- und Rückseite eines Fragments des Johannesevangeliums, das in die erste Hälfte des 2. Jahrhunderts datiert worden ist; das wären also nur wenige Jahrzehnte nach der ursprünglichen Niederschrift. Sinaitische Handschrift — ein Pergamentkodex aus dem 4. Jahrhundert u. Z., der die gesamten Christlichen Griechischen Schriften enthält sowie Teile der Septuaginta, der griechischen Übersetzung der Hebräischen Schriften. Das Katharinenkloster am Berg Sinai, wo die Sinaitische Handschrift entdeckt wurde. Nach dem Bericht Tischendorfs lagen einige Blätter dieser wertvollen Handschrift, zum Verbrennen bestimmt, in einem Papierkorb.

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